Tag 7 – Samstag, 2. Februar

Gewicht 70,7 Kilogramm
Ernährung 1 Glas Bittersalz F.-X.-Mayr-Kurstufe 3:
1 Dinkelbrötchen + 200 ml Joghurt + 50 g Forellen- aufstrich zum Frühstück, 1 Tasse Gemüsebrühe, 1 Dinkelbrötchen + Basensuppe + 50 g Schafskäse zu Mittag, 2 Scheiben Dinkelknäckebrot,Tee nach Belieben
Bewegung 1⁄2 Stunde Training am Ergo-Rad, 1 Stunde NordicWalking
Zeitung Bild, Kronenzeitung

6.45 uhr

Bitterwasser trinken laut Therapieplan

9.00 uhr

Mmmh, wie gut wäre ausschlafen? Aber Fasten kennt kein Wochenende. Also ist tagein, tagaus das gleiche Prozedere vorgesehen: 6.45 Uhr Bitterwasser trinken. Wer einmal getrunken hat, sollte sich nicht wieder hinlegen. Denn die Bewegung des Körpers verstärkt die Wirkung des Bitterwassers auch noch mechanisch. Also am besten: bewegen!

Am Wochenende gibt’s kaum Termine – heute reisen viele Gäste ab. Ich bleibe. Und freu mich drüber. Da statt der Morgengymnastik am Wochenende Wassergymnastik angeboten wird, entscheide ich mich, alleine zu trainieren. Also rein in den Trainingsanzug und rauf in den Panorama-Fitnessraum. Ich strample mich auf dem Rad wach und beobachte den Föhnsturm. Mit Blick auf die verschneite Nordkette denke ich über das gestrige Telefonat mit Aenne nach. Justus geht es also schlecht. Er arbeitet viel und isst wenig. Na ja, seiner Figur schadet das bestimmt nicht.

Draußen hat der Föhnsturm die Wipfel der Bäume fest im Griff. Sie scheinen sich in ihrem ureigenen Takt zu wiegen, sind flexibel und standhaft zugleich. Neidvoll blicke ich auf die große Linde und die anderen uralten Bäume. Sie müssen starke, große Wurzeln haben, um dem Wind zu trotzen. Und dennoch wirken sie leicht und anmutig. Wie lange sie da wohl schon stehen? Was sie zu erzählen hätten? Und welche Worte sie wohl benutzen würden, wenn sie mich beschreiben könnten: eine Frau Mitte vierzig, schwitzend und mit ein paar Speckröllchen an den Hüften. Die sich selber wieder gefallen will. Die ihrem Mann gefallen will. Die wieder Gefallen am Leben finden will.

Eine Frau, die stärker ist, als sie selber denkt. In ihrem ganzen Leben hat sie wohl schon mehr als zwei Tonnen Lebensmittel und Einkäufe gestemmt. Sie hat zwei Babys im Bauch und auf den Armen getragen, bis sie zu Kindern und Jugendlichen herangewachsen waren. Sie hat gesorgt, gepflegt, fiebrige Stirnen gekühlt und heilsamen Atem auf Wunden gepustet. Sie war immer da. Nun ist sie nach mehr als zwanzig Jahren einmal für sich alleine. Um herauszufinden, was sie sich für ihr Leben wünscht.

Noch ganz in Gedanken versunken und nass vor Schweiß steige ich in den Lift. Als die Tür sich öffnet, setze ich einen Fuß über die Schwelle und hebe den Kopf.Verzweifelt murmle ich: „Wo bin ich?“
„Im Erdgeschoss“, antwortet mir eine freundliche Stimme.
„Ich muss aber in den 4. Stock“, erwidere ich verwirrt.
„Na, aber da kommen Sie doch gerade her. Aber keine Angst, ich nehme Sie wieder mit nach oben.“ Eine sanfte Hand an der Schulter schiebt mich zurück in den Lift. Als sich die Tür erneut öffnet, lächle ich befreit und hebe erst jetzt den Kopf. Schüchtern bedanke ich mich bei dem Mann.
„Gerne geschehen, jederzeit wieder“, lächelt er mich an.
Ein bisschen mitleidig? Oder kommt mir das nur so vor? Niemand hat mich davor gewarnt, dass Fasten auch die Nebenwirkung der völligen Verwirrtheit mit sich bringen kann.

Nach der obligaten Darmentleerung und einer ausgiebigen Dusche schlüpfe ich in meinen kuscheligen Bademantel und meine weißen Schlappen und trete den Weg in Richtung Speiseraum an. Und stelle erfreut fest: Ich habe Stufe 3 der Modernen F.-X.-Mayr-Kur erreicht. Das Frühstück wird ab heute etwas üppiger: anstatt der 30 Gramm Eiweißbeilage erhalte ich nun 50 Gramm und zu Mittag darf ich das Joghurt gegen eine Basensuppe tauschen. Ich freue mich, auch wenn mein Gewichtsstand nicht unbedingt zum Jubeln verleitet. Na ja, vielleicht ist das der Preis – ich habe keinerlei Beschwerden, nehme aber auch nur langsam ab. Oder meine Trainingseinheiten haben Wirkung gezeigt und meine Muskelmasse ist gewachsen und wiegt schwerer als Fett.

Gerade nehme ich an meinem Tisch Platz, streife den Silberring von der Serviette und breite sie mir über meinen Schoß, als mein „Mitfahrer“ aus dem Lift den Speiseraum betritt.

„Na, haben Sie hergefunden?“, begrüßt er mich lächelnd.
„Ja, ich bin angekommen“, entgegne ich ihm lachend. „Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Frühstück.“ „Ihnen auch.“ „Guten Morgen“, begrüßt Jasmine den neuen Gast.
„Wie geht es Ihnen? Wieder in Tirol?“ „Guten Morgen, Jasmine“, freut sich der Herr. „Schön,
Sie wiederzusehen.“

Zufrieden kauend lehne ich mich zurück: Ich genieße diese offene und freundliche Art, mit der man sich im Parkhotel begegnet.Wahrscheinlich wird die Rückkehr in die normale Welt draußen ein Kulturschock. Wo findet man schon derart gute Umgangsformen und so viel Höflichkeit.

Ich denke darüber nach, wie Justus und ich uns manchmal begegnen. Genervt, gereizt, besserwisserisch. Im Laufe eines Ehelebens schleifen sich Gewohnheiten ein, die man zuerst noch bemerkt, dann aber einfach als gegeben hinnimmt. Leider zählen wir beide nicht zu den Menschen, die sich immer in ruhiger und friedvoller Stimmung begegnen. Hier ein lautes Wort, da ein beleidigtes Murmeln und schon kippt die Stimmung für den restlichen Tag.

Dabei wäre die Achtsamkeit der Worte so wichtig – wie ich mit anderen spreche, so wird auch deren Umgang mit meiner Person sein. Setze ich andere herab, werde ich Wut und Hass ernten. Ich erinnere mich an einen Ausspruch meiner Mutter: „Der Ton macht die Musik.“ Ich nehme mir vor, mehr auf meine Worte zu achten. Und nicht nur das. Auch worüber ich spreche.

Fasten bedeutet doch den „bewussten und freiwilligen Verzicht für eine gewisse Zeit“. Warum nicht einmal darauf verzichten, über andere Menschen zu reden. Im Guten wie im Schlechten. Viel zu leicht ist man dazu verleitet, andere Menschen hinsichtlich Bildung, Herkunft und Lebensführung zu taxieren: Was trägt die denn für ein Kleid? Mit dem Dialekt kommt die doch vom Bauernhof? Ob die schon jemals eine Tageszeitung gelesen hat?

Mir fällt ein Gebot aus der Bibel ein: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Das heißt soviel wie du sollst ihn nicht verleumden. Bei der letzten Scheibe meines Dinkelbrötchens nehme ich mir vor, die bevorstehende Fastenzeit zu nutzen und auf meine Worte zu achten.

Mal sehen, welche Inhalte dann noch übrig bleiben. Denn wenn ich es mir recht überlege, wird im Spinncafé mindestens die Hälfte der Zeit damit zugebracht, über die zu reden, die heute nicht anwesend sind. Ich werde neue Regeln aufstellen. Eine davon lautet: „Über nicht anwesende Personen wird nicht gesprochen.“ Mit diesem Vorsatz beende ich mein Frühstück.

13.00 uhr

Gähn. Die Langeweile eines Samstags, an dem man weder einkaufen noch putzen muss noch etwas zu erledigen hat, macht sich breit. Diese Momente sind selten: Da kann man ein Buch lesen (hab ich schon), malen (hab nichts dabei), Kreuzworträtsel lösen (wie spießig) oder Briefe schreiben. Ja, vielleicht sollte ich das wirklich tun. Einen Brief an Justus. Bislang habe ich nichts mehr von ihm gehört. Bis auf die Telefonberichterstattung von Aenne herrscht Funkstille.

Meine Wut auf ihn ist längst verflogen. Ich kann Justus nie lange böse sein. Ich entscheide: Ein Brief ist eine gute Idee.

Ich erhebe mich aus dem Bett, hole das Hotel-Briefpapier aus der Mappe auf dem kleinen Tischchen in meinem Zimmer. Setze mich an den Schreibtisch und die gelbe Rose sieht mir dabei zu, wie ich unschlüssig den Kugelschreiber zwischen den Fingern drehe. Mein rechtes Bein wippt aufgeregt auf und ab. Was hab ich ihm zu sagen?

Lieber Justus, leider ist unser letztes Telefonat nicht besonders gut verlaufen. Fast eine Woche bin ich nun schon in Igls, faste, turne und genieße. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass der Verzicht mir so leicht fällt.

So völlig aus dem Alltag entlassen, habe ich viel Zeit, um nachzudenken. Beinahe jeden Nachmittag schnüre ich meine Trekking-Schuhe und mache mich auf den Weg ins Viller Moor in Richtung Seerosenweiher oder in Richtung Süden. Hier bekommen meine Gedanken den Auslauf, den sie so dringend benötigen.

Ich weiß, dass ihr gut ohne mich zurechtkommt: Aenne braucht mich genauso wenig wie Simon, der Kater hat wohl seinen Fress-Streik wieder beendet. Nadine wird den Umsatz in der Strickliesl verdreifachen und auch Du wirst es Dir nicht schlecht gehen lassen.

Nach sieben Tagen Urlaub macht sich allerdings schon ein bisschen Heimweh bei mir bemerkbar. Mein alltägliches Leben fehlt mir, wenn auch nicht alles.
Lieber Justus, wie lange sind wir nun schon verheiratet? Beinahe zwanzig Jahre.Wir haben zwei wunderbare Kinder, ein schönes Haus und dennoch haben wir uns beide ein bisschen verloren. Ein jeder lebt für sich: Du für Deine Arbeit und den Club. Ich für die Strickliesl, meine Pflichten zu Hause und meine Wohltätigkeitsarbeit in der Kirche. In letzter Zeit bekam ich immer mehr das Gefühl, neben Dir anstatt mit Dir zu leben.

Ich bin beständig darum bemüht, Dir ein gutes Leben zu bereiten. Ja, das sind wohl diese Pflichten, die man als „gute“ Ehefrau auferlegt bekommt. Aber ich habe gemerkt, dass mein „ICH“ darunter leidet. Ich fühle mich einsam.

Ich sehne mich nach der Zweisamkeit, die uns früher so zusammengeschweißt hat.Weißt Du noch, als Aenne als kleines Mädchen an Gehirnhautreizung erkrankt war? Nächtelang saßen wir Hand in Hand an ihrem Bett. Haben uns gegenseitig gestützt, uns Trost zugeflüstert. Nach bangen Tagen hielten wir ein genesenes Mädchen auf dem Arm.

Krisen haben uns noch näher zusammengeführt. Doch nun haben wir uns zu Einzelkämpfern entwickelt.Waren die Kinder der einzige Kitt?

Ich weiß nicht, wie Du die Situation empfindest. Für mich ist sie sehr, sehr unbefriedigend. Ich kann und will so nicht weiterleben – ohne gemeinsame Hobbys, ohne gemeinsame Aktivitäten, Ausflüge, Unternehmungen, Urlaube. Das gesamte Leben erscheint mir als Einerlei, als dumpfer, brauner Brei, ohne erkennbare Höhen und Tiefen.Wir haben alles, wir können uns alles leisten, wir brauchen um nichts mehr zu kämpfen – wir sind „gesättigt“. Ich könnte mir aus Langeweile (und um Dir zu gefallen) die Lippen machen oder meine ersten Falten unterspritzen lassen. Aber habe ich dadurch mehr Sinn im Leben? Nein, dann doch lieber in Würde altern.

Ich habe diese Woche viele Vorträge und Seminare besucht, auch zu den Themen Regeneration und Entspannung. Und dabei habe ich an uns denken müssen. Entspannung ist das Ende von Spannung. Doch ich habe das Gefühl, dass bei uns die Entspannung überwiegt und schon seit langer Zeit keine Spannung mehr erzeugt wird.

Zum einen denke ich, wir müssen wieder aktiv gemeinsame Unternehmungen starten. Warum fahren wir nicht einmal spontan nach Zürich oder Venedig, wie wir es früher gemacht haben? Sehen uns die Buchmesse in Frankfurt an oder fahren übersWochenende ins Karwendel zum Wandern?

Lass uns wieder Dinge gemeinsam unternehmen, Spannung erzeugen. Zum anderen bin ich der Ansicht, dass wir – vor allem aber ich – wieder eigene Bereiche finden müssen. Nach den gemeinsamen Erlebnissen kann ein jeder von uns Zeit und Energie in seine eigenen Hobbys und Interessen stecken, ohne dass sich der andere vernachlässigt fühlt.

Ich erlebe hier, dass Verzicht Spannung erzeugt. Vielleicht braucht auch eine gute Beziehung immer wieder kleine Phasen des „Fastens“ – das Sich-voneinander-Entfernen und hinterher das genussvolle Auskosten der Zweisamkeit. So wie es auch eine indische Legende vom Mond besagt (hat Aenne mir eines Nachmittags nach ihrem Yoga-Kurs erzählt): Die Menschen glauben, dass Erde und Mond eine Liebesbeziehung miteinander führen. Doch den kosmischen Gesetzen entsprechend müssen sie sich jedes Monat aufs Neue voneinander trennen (zu Neumond), um sich zu Vollmond wieder anzunähern.

Verstehst Du meine Gedanken?

Als erste große Maßnahme habe ich beschlossen, dass ich einen Raum für mich haben möchte: Ich möchte gerne das Gästezimmer ausräumen und mir dort ein eigenes Zimmer einrichten. Wenn wir Gäste bekommen, können die doch in Simons Zimmer schlafen (so oft ist das ja nicht der Fall). Es kann doch nicht sein, dass ich als Frau alleine im Bügelzimmer oder in der Küche „mein“ Reich finde.

Ich wünsche mir ein eigenes Zimmer, in das ich mich in Ruhe zurückziehen kann, um dort zu lesen, zu schreiben oder nur zu grübeln. An dessen Tür jeder im Haus anklopfen muss und nur herein darf, wem ich Einlass gewähre. Ich möchte es in meinen Farben einrichten und mir eine kleine Oase schaffen.Wann hatte ich mein eigenes Zimmer? Als Siebzehnjährige. Und es war wirklich mein Reich.Wie sehr hab ich es genossen.

Zudem habe ich beschlossen, dass ich zukünftig mehr zu Hause sein werde.Von Nadine weiß ich, dass sie gern mehr Stunden im Laden arbeiten möchte. Das werde ich ihr ermöglichen und ich selber werde nicht mehr täglich in der Strickliesl stehen. Ich werde mich mehr dem Malen widmen. Du weißt, dass ich das früher liebend gerne gemacht habe. Seit die Kinder da sind, habe ich meine Staffelei verstauben lassen. Ich habe mir gedacht, ich könnte das Malen doch wunderbar mit dem Stricken verbinden.Vielleicht kann ich sogar Strickstoffe entwerfen, neue Designs, die wir im Spinncafé nachstricken können oder die ich Kundinnen anbieten kann.

Ach, Justus. Ich weiß noch nicht so genau, wohin die Reise führt. Ich weiß nur, dass ich wieder neuen Schwung und Bewegung ins Leben zurückholen möchte. Am liebsten gemeinsam mit Dir. Ich hoffe, Du hast Lust dazu.
Die Weichen müssen wir selber stellen.

In Liebe Deine Elli

Endlich setze ich meinen Namen aufs Papier und richte mich auf. Mein Nacken schmerzt, meine Hände sind verschwitzt, meine Wangen glühen. Mehr als fünf voll beschriebene Seiten liegen vor mir. Dass ich ein eigenes Zimmer will, wusste ich bis vor zehn Minuten noch gar nicht. Während des Schreibens sind mir viele Lichter aufgegangen. Beim Schreiben haben sich Gedanken sortiert und strukturiert.
Ich falte die fünf Seiten sorgfältig, stecke sie ins Kuvert und schreibe unsere Adresse drauf. Ob ich ihn abschicken werde, überlege ich noch.
Jetzt aber nichts wie nach draußen!

16.00 uhr

Draußen braust der Föhnsturm. Doch ich lasse mich ebenso wenig davon beeindrucken wie Maria, die es sich an diesem Nachmittag in den Kopf gesetzt hat, mir und einer weiteren Dame das Nordic Walking beizubringen. Auf die Stöcke, fertig, los!

Gar nicht so einfach – aber ziemlich effektiv. Der diagonale Stockeinsatz heizt meinen Schulterblättern schon nach ein paar hundert Metern tüchtig ein. Nie hätte ich gedacht, dass ich das Nordic Walking vor allem im Nacken und Schulterbereich spüren würde. Na, wieder was gelernt.

Wir ziehen durch den Föhnsturm und Maria macht ein bisschen Heimatkunde mit uns. „Den Patscherkofel kennt ihr ja schon alle“, erklärt die sympathische Gesundheitspädagogin.

„Da hinten lugt der Stubaier Gletscher hervor, das ist der Habicht, die Serles, auch Altar Tirols genannt, der Roßkogel. Da hinten geht’s ins Wipptal, da nach Italien, dort ins Stubaital und da hinten ist Kühtai/Sellrain.“

Auf die Serles ist Maria einst mit Freunden in aller Herrgottsfrühe gekraxelt. Da hat sie nicht erkennen können, wohin sie überhaupt geht. Als die Sonne über die Berge gekommen ist und sie endlich gesehen hat, dass sie gemeinsam mit dem Gipfelkreuz auf einem nur rund zwei Quadratmeter großen Plateau steht, hat sie kapiert, warum sie so früh losgezogen sind: bei Licht wäre sie da gar nicht raufgegangen. Bei der ausgeprägten Höhenangst!

Mit Rückenwind treibt’s uns in Richtung Parkhotel zurück. Im Zimmer angelangt, fülle ich mir heißes Wasser aus dem Wassercontainer im Flur in die hoteleigene Wärmeflasche und lege mich mit einem regenerierenden Bauchwickel ins Bett. Bis zum Abendessen kreisen meine Gedanken nur um das eine: abschicken oder nicht?

20.00 uhr

Der Abendtee war wenig ergiebig. Ob’s das Nordic Walking ist oder das extensive Briefschreiben: Ich habe einen Bärenhunger. Zum ersten Mal überhaupt. Langsam kaue ich meine zwei dünnen Scheiben Knäckebrot und trinke Waldkräutertee. Daneben sitzt eine Familie, die heute angereist ist. Der Junge kaut genüsslich an seinen Spaghetti. Ich sehe mir selber dabei zu, wie ich ihm den Teller entreiße und den gesamten Inhalt in mich hineinschlinge. Ohne zu kauen! Es bleibt bei der (unschönen) Fantasie.

Danach versuche ich mich in der Hotellobby mit Zeitunglesen, doch mit tränenden Augen und gähnend wie ein Löwe gebe ich auf: Gute Nacht, Tirol.

Mein Highlight des Tages
Der Nordic-Walking-Kurs mit Maria im Föhnsturm

Meine Fastenerkenntnis
Fasten impliziert den achtsamen Umgang mit Gedanken undWorten.

Mein Ziel für zu Hause
Ein eigenes Zimmer einrichten